Der Orientalische Tanz hat in den letzten 16 Jahren in unserem Land einen regelrechten Boom erfahren. Viele Gruppen haben sich formiert und begeistern mit dieser nahöstlichen Tanzkultur eine immer breitere Öffentlichkeit.

Zu den ersten und erfolgreichsten gehört das OASIS DANSE ENSEMBLE, das 1986 von der amerikanischen Tänzerin und Choreographin Feyrouz, die durch ihre Tourneen mit dem „Traumtheater Salomé“ Anfang der achtziger Jahre fast schon legendären Ruhm erlangte, in Berlin gegründet wurde.

Schon 1987 begann die Gruppe eigenständig zu arbeiten. Zum Zeitpunkt der Gründung noch 18 (!) Mitglieder zählend, konzentrierte sich bald die Stammbesetzung auf die Tänzerinnen Sylka Rubina und Fidi Cioponea-Schweer. Um sie formierte sich das Ensemble immer wieder neu: Viele namhafte Tänzerinnen begleiteten „OASIS“ kurzfristig oder über Jahre, brachten künstlerischen „Input“ und nahmen Inspirationen für ihre eigene Arbeit mit. Durch eine Vielfalt an Einflüssen, durch das Aufeinandertreffen eigenständiger Künstlerinnen und durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Temperamenten, Stilen, Charakteren und Interessen stand die Entwicklung von „OASIS“ nie still. In den ersten abendfüllenden Programmen

  • „Orientalische Nacht“(1987) Schauplatz/ Berlin
  • „Orientalische Nacht II“ mit der Musikgruppe „Balaban“(1988)Zeltbühne/ Berlin
  • „Saghriet I und Saghriet II“ (1989 u. 1990) mit Feyrouz UFA-Fabrik u. Haus der Kulturen der Welt/ Berlin
  • „Traumtänze des Orients“ (1990) Prater/ Berlin und Nürnberg

bildete noch traditionelle Folklore und klassischer „Bauchtanz“ den Schwerpunkt.Bald darauf begaben sich die Frauen von „OASIS“ auf die Suche nach einem eigenen Weg.
In den Show- und Videoproduktionen

  • „Magisches Feuer des Orients“(1992) Varieté Chamäleon und UFA-FABRIK/ Berlin sowie Varieté Et Cetera/ Frankfurt und
  • „Bolero Oriental“ (1994) UFA-Fabrik/ Berlin

mischte erstmalig ein Ensemble den Orientalischen Tanz immer eigenwilliger mit Elementen aus Varieté, Modern und Afro Dance oder auch Zigeunertänzen aus Russland und Armenien. Höhepunkt der Show „Bolero Oriental“ war der orientalisch interpretierte „Bolero“ von Ravel – ein choreographischer Meilenstein in der Geschichte der Gruppe.
Das OASIS DANSE ENSEMBLE wurde zum Trendsetter der orientalischen Tanzszene und der Mut der Tänzerinnen zu neuen Wegen mit ausverkauften Häusern belohnt.Zunehmend erfolgte eine Annäherung an das Tanztheater. Geschichten wurden tänzerisch erzählt und Kostümentwürfe, Lichtdesign, Musikauswahl und Choreographien begannen kongenial zu einer Einheit zu verschmelzen:

  • Mit „La Loba“(1995) UFA-Fabrik und Saalbau Neukölln/Berlin
    konnte „OASIS“ ein nicht nur dem Orientalischen Tanz zugeneigten Publikum restlos überzeugen.

Nach einem Jahr „Atempause“ und nach gründlichen historischen Recherchen entstand in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Choreographin Laurel V. Grey sowie den Stuttgarter Tänzerinnen Havva und Bassiema die Produktion

  • „E-GYPTA“ (1996) UFA-Fabrik/Berlin ,
    eine Reise in die mythologische Welt des pharaonischen Ägypten, konsequent auf Rekonstruktionen und überlieferten Texten basierend. Leider reagierte das Publikum und die Presse irritiert auf die ungewohnte, sehr langsame Inszenierung und auf die nicht ganz harmonische Verbindung mit den anderen Tänzerinnen.

Zwei Jahre später und am selben Ort wurde dann in erstmaliger Zusammenarbeit mit der als Solistin bekannten, ebenfalls aus Berlin stammenden Tänzerin Raksan ein neuer Versuch gewagt: In

  • „RE-GYPTA“ (1998) UFA-Fabrik
    fand das OASIS DANSE ENSEMBLE zu gewohnter Form zurück und konnte die Fangemeinde in einer drei wöchigen Spielzeit immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinreißen.

Zur Jahrtausendwende hatten die Shows

  • „Oriental Dreams“ Stadthalle/ Landstuhl und
  • „YALLA! Musik and Dance of the Nile“ mit Nasser Kilada Wabe/ Berlin

Premiere.

In beiden Programmen spannte sich der tänzerische Bogen durch das gesamte Spektrum des Orientalischen Tanzes, so wie ihn die Tänzerinnen von „OASIS“ verstehen: Frei von Purismus und eine verstandene Tradition in die moderne westliche Kultur übersetzt.

Mit dem 13. September 2001 konnte sich die Orientalische Tanzszene ein besonderes Datum in die Kalender eintragen:
Das OASIS DANSE ENSEMBLE, nun endgültig wieder in der Urbesetzung Sylka Rubina, Fidi und Raksan, feierte unter dem Motto

„HIP DROP HURRA“ in der Berliner UFA-Fabrik sein 15 jähriges Bühnenjubiläum.
Genau zwei Jahre und viele gemeinsame Proben später, hoben diese drei Frauen unter dem Projekttitel

„ORIENTAL MOTION CLUB“ 
La Luz/ Berlin
eine neue Veranstaltungsreihe aus der Taufe. Die Karawane der Berliner „Orientszene“ zog nun im dreimonatigem Abstand in die Osram Höfe, um dort in entspannter Athmosphäre bei Wasserpfeife und Tee, unterhalten von dem virtuosen Percussionisten Khader Ahmad und den Tanzperformances des OASIS DANSE ENSEMBLE und seinen Gästen aus Varieté und Kleinkunst, einen neuen Treffpunkt zu finden.

Parallel zur Reihe „Oriental Motion Club“ – September 2002, Januar und Mai 2003 – im „La Luz“ widmeten sich die „OASEN“ vermehrt dem Austausch mit Kollegen/innen außerhalb Berlins, und so wurden Sylka Rubina, Fidi und Raksan durch ihre Auftritte und Workshops im Rahmen von Orient Festivals in ganz Deutschland von der Fachpresse als ein „Dreamteam“ des Orientalischen Tanzes gefeiert.

Außerdem gab es „Nachwuchs“: Durch ein aufwendiges Casting konnten acht talentierte Tänzerinnen gefunden werden, die unter der kundigen künstlerischen Leitung der drei „Chef-OASEN“ vor allem das Gala – Repertoire des OASIS DANSE ENSEMBLE bereichern.

Nach dem vorerst letzten
„ORIENTAL MOTION CLUB“ im Rahmen des von der UFA –FABRIK und Sylka Rubina in das Leben gerufene Festival CROSS ORIENTAL am 11.10. 2003
konzentriert sich das OASIS DANSE ENSEMBLE auf die Konzeption der neuen abendfüllenden Produktion.

Im Februar 2004 werden die drei „OASEN“ mit der Premiere ihrer unter dem mittlerweile zu ihrem Markenzeichen avancierten Motto „Oriental Motion 04“ stehenden neuen Produktion im TANZHAUS NRW/ DÜSSELDORF zu Gast sein.
„Oriental Motion 04“ reflektiert die Entwicklung der Künstlerinnen hin zu einem zeitgenössischen Konzept des Orientalischen Tanzes.

Fortsetzung folgt…